Die Organuhr – Leben im Rhythmus mit der Natur

Organuhr
Die grafische Konzeption der Organuhr.

Man ist es gewohnt, im Alltag zu funktionieren. Man steht auf, wenn man zur Arbeit muss, sei es um 3 Uhr morgens oder um 9 Uhr abends. Man schlägt sich die Nächte auf Partys um die Ohren und reiste im Winter in sommerliche Gefilde und nimmt den Sprung durch verschiedene Zeitzonen ohne zu überlegen in Kauf.

Was man dabei gerne vergisst ist, dass unser Körper dabei leicht aus seinem natürlichen Rhythmus gerät. Denn, wie die Jahreszeiten, die Mondphasen und der Wechsel von Tag und Nacht, ist auch unser Körper in den Rhythmus der Natur eingebunden und folgt so seinem ganz eigen Takt.

Auch unsere Organe sind an den Rhythmus der Natur gekoppelt. Wenn man aber die Nacht zum Tag macht und aufhört auf seinen Körper zu hören, gerät unser natürlicher Rhythmus aus dem Gleichgewicht. Die Folge sind Stress, Gereiztheit und allgemeine Überforderung. Werden diese ersten Anzeichen ignoriert, wird man krank und schwach. Im Körper herrscht dann eine Disharmonie, die sich in Krankheit und Schwäche äußert und auf eine Störung des inneren Gleichgewichts hinweist.

Um langfristig keine gesundheitlichen Einbußen zu haben, sollte man wieder in den Biorhythmus zurückzufinden. Die Organuhr kann dabei ein wichtiges Hilfsmittel sein. Sie hat ihren Ursprung in der Traditionellen Chinesischen Medizin, kurz TCM. Das Konzept der TCM besteht darin, Disharmonien im Körper frühzeitig zu erkennen und möglichst nachhaltig zu behandeln. Die Organuhr ist Teil dieses Konzeptes und veranschaulicht, wie die Organe an den Zyklus der Natur gekoppelt sind und zeigt, wie die Zeit mit den Organen im Verhältnis steht. Dazu muss man das Grundprinzip der traditionellen chinesischen Medizin verstehen.

Ursprünge der Organuhr in der TCM

Die traditionelle chinesische Medizins, kurz TCM, ist die Lehre von der uns innewohnenden und uns umgebenden Energie. In der TCM geht man davon aus, dass alles, unsere gesamtes Erdensystem und jedes Lebewesen, den Gesetzen der Natur unterliegt. Alles ist miteinander verbunden – das Universum, die Mondphasen, die Jahreszeiten und das menschliche Leben. Der Mensch wird dabei als Einheit von Körper Geiste und Seele betrachtet. Das gesamte System befindet sich im stetigen Kreislauf.

Organe haben in der TCM eine andere Bedeutung als in der westlichen Medizin. Sie werden nicht nur als eigenständiges Organ mit anatomischer Bedeutung betrachtet, sondern ihnen werden auch Emotionen und Gefühle zugeschrieben.

Viele Aspekte der TCM beruhen auf der Weltanschauung des Daoismus. Idealerweise lebt der Mensch mit sich und der Welt im Einklang. Elemente, die die TCM aus dem Daoismus übernommen haben, sind zum Beispiel

  • die Lehre der Wandlungsphasen
  • die kosmische Vorstellung von Himmel und Erde
  • das Konzept der Lebensenergie Qi
  • das Konzept von Yin und Yang
  • Therapietechniken

Das Gegensatzpaar Ying und Yang

Ying and Yang

Das Gegensatzpaar Yin und Yang ist in der traditionellen chinesischen Medizin allgegenwärtig. Yin und Yang sind in jedem Wesen, in jedem Körper und in jedem Organ zu finden.

Yin bedeutet auf Chinesisch „wolkig, dunkel, schattiger Ort“. Es symbolisiert das Weibliche, die Nacht und die Dunkelheit. Dem Ying werden auch die Adjektive passiv, schwach, feucht und kalt zugeordnet.

Das Yang hingegen stellt das Männliche dar. Auf Chinesisch bedeutet es so viel wie „sonnige Anhöhe, sehr hell“. Das Yang wird als stark, aktiv, trocken und warm bezeichnet.

In der TCM steht das Yin für die Energieleere, das Kalte und das Innen, während das Yang für die Energiefülle, die Hitze und das Außen steht. Auf jeden Höhepunkt folgt ein Tiefpunkt und umgekehrt und es herrscht ein allgegenwärtiger Wandel zwischen Yin und Yang.

Im Verlauf eines Tages nimmt das Yang ab 0 Uhr kontinuierlich zu, bis es um 12 Uhr mittags seine maximale Kraft erreicht hat. Von da an nimmt es wieder ab und das Ying wird stärker, bis dieses um Mitternacht seinen Höhepunkt erreicht hat. Und von da an nimmt der ewige Kreislauf seinen Lauf.

Yin und Yang befinden sich im ewigen Wechselspiel. In Bezug auf unser Dasein bedeutet dies so viel wie, alles befindet sich in einem ewigen Kreislauf. Man ist eingebettet in den natürlichen Kreislauf der Natur. Wir sollten uns an den natürlichen Kreislauf anpassen und ruhiger werden, wenn das Yin zunimmt und aktiv sein, wenn das Yang an Kraft gewinnt.

Organe in der TCM

Auch unsere Organe haben laut der Chinesischen Medizin ihre aktiven und ihre passiven Phasen. Jedes Organ wird zwei Stunden pro Tag besonders stark von der Lebenskraft Qi durchströmt. 12 Stunden nach dieser aktiven Phase befindet sich dieses Organ in seiner Ruhephase. Jedes Organ übernimmt eine Aufgabe im Körper und nutzt dafür seine aktive Zeit.

Leider ist kaum noch jemand im Stande, auf die innere Stimme zu hören. Man hat verlernt, die Zeichen, die der Körper sendet, wahrzunehmen und richtig zu deuten. Die Organuhr kann dabei helfen, den Körper wieder besser zu verstehen. Sie gibt Aufschluss darüber, welches Organ zu welcher Zeit seine Hochzeiten und Ruhephasen hat und hilft etwaige Disharmonien im Körper richtig zu deuten.

Durch gewisse Verhaltensregeln kann man die Organe unterstützen, ihre optimale Leistung zu erzielen, oder kann sie durch Atem- und Bewegungstherapien im Falle von Disharmonien stärken.

Lebenskraft Qi und das Meridiansystem

Meridiane
Die Meridiane des Körpers.

Der Körper wird permanent durchströmt von der Lebenskraft Qi. Das Qi gilt als Ursprung allen Lebens. Es ist in jeder Pflanze, in jedem Himmelskörper und in jedem Menschen zu finden. Diese universelle Kraft ist unsichtbar und durchströmt den Körper auf Bahnen, den sogenannten Meridianen.

Im Körper gibt es 12 Hauptmeridiane und weitere Meridiansysteme, die alle miteinander vernetzt sind. Jeder Hauptmeridian ist einem Organ zugeordnet und bildet mit ihm und seinem Partnermeridian zusammen einen Funktionskreis.

Im Zeitraum von 24 Stunden durchströmt die Lebenskraft Qi das komplette Meridiansystem. Dabei fließt das Qi für jeweils 2 Stunden pro Tag durch jeden Hauptmeridian. Während dieser Zeit wird der jeweilige Meridian intensiver mit Energie versorgt, als die restlichen Meridiane. Diese zwei Stunden werden auch als Maximalzeit des jeweiligen Meridians genannt. Genau 12 Stunden nach dieser Zeit ist dieser Meridian in seiner Ruhephase. Dieser Rhythmus wiederholt sich täglich, immer zu genau derselben Zeit.

Die Hauptmeridiane verlaufen direkt unter der Hautoberfläche und sind leicht durch Akupunktur oder Akupressur zu stimulieren. Da jeder Hauptmeridian an ein Organ gekoppelt ist, kann man über das Meridiansystem auf das zugeordnete Organ einwirken.

In einem gesunden Körper kann die Lebenskraft Qi ungehindert durch den Körper strömen. Gerät der Körper jedoch aus dem Gleichgewicht, sei es durch innere oder äußere Umstände, kommt es zu Blockaden auf den Meridianen und das Qi kann nicht mehr ungehindert fließen. Es kommt zu einer Schwäche im Funktionskreis und die Folge können sowohl körperliche, als auch seelische Beschwerden sein.

Ziel der traditionellen chinesischen Medizin ist es, solche Störungen des Qi frühzeitig zu erkennen und frühzeitig zu behandeln. Mit Hilfe der Organuhr kann man Disharmonien im Körper leichter erkennen.

Die Organuhr hilft, den Körper besser zu verstehen und Beschwerden besser zu bewerten. Sie gibt Aufschluss darüber, zu welchen Zeiten man ein bestimmtes Organ stärken kann und wann man seine Organe möglichst entlasten sollte. Dabei sollte man zur Stärkung eines Organs möglichst die Maximalzeit nutzen, da das Organ zu dieser Zeit seinen energetischen Höhepunkt hat.

Nicht jeder ist in der Lage, seinen Tag nach der Organuhr auszurichten. Doch wer es sich leisten kann, seinen Tagesablauf frei einteilen, der sollte ihn möglichst auf den natürlichen Rhythmus ausrichten und kann dazu die Organuhr als Anhaltspunkt nehmen.

Hinweis:
organuhr.net

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